Die Mischwesen des Eusebius (MMM 3)

Menschen, doppelbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen“ – Orthostaten vom Tell Halaf (Syrien, 9. Jh. v. Chr.), Vorderasiatisches Museum Berlin.

Mumien, Monstren, moderne Mythen: Mischwesen in der Prä-Astronautik III

Zur neuen Mythologie der Prä-Astronautik gehört auch die These, außerirdische „Götter“ hätten in grauer Vorzeit moderne Gentechnologie genutzt, um einen Zoo grotesker Chimären zu erschaffen: Die Fabelwesen der alten Mythen. Dabei hat sich – begründet von Erich von Däniken – in der Szene ein gewisser „Kanon“ von Beweismitteln herausgebildet, die häufig zusammen genannt und miteinander verbunden werden – allen voran das Serapeum von Sakkara und der Schwarze Obelisk Salmanassars III.  
Als weitere Quelle zitieren Däniken u.a. immer wieder eine Passage des spätantiken Kirchenvaters Eusebius, die das verbindende Narrativ für die anderen Mischwesen-Belege liefern soll:

„Die Götter, so Manetho, hätten verschiedene Wesen entstehen lassen, Monstren und Mischkreaturen aller Art. Genau dies bestätigt der Kirchenfürst Eusebius [19]:
»Und es waren daselbst gewisse andere Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt Menschen, doppelbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen und Männer, und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschengestalt an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Hundeköpfen; und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten.«[1]

Erich von Däniken publizierte die Kombination Serapeum/Eusebius/Schwarzer Obelisk erstmals in Die Augen der Sphinx (1989), danach wiederholt in anderen Werken[2]. Andere Autoren der Szene wie Hartwig Hausdorf (Nicht von dieser Welt, Götterbotschaft in den Genen) und Walter-Jörg Langbein (Kreaturen der Nacht) übernahmen die Darstellungen kritiklos und nahezu unverändert. Gibt man heute bei Google Stichworte wie „Serapeum“, „Mischwesen“, „Eusebius“, „Manetho“ o.ä. zusammen ein, so wird man in Foren und Blogs auf zahlreiche weitere Paraphrasen durch unkritische Däniken-Epigonen stoßen. Bei Däniken zunächst noch etwas unklarer verbunden, hält spätestens Langbein das Zitat für eine direkte Quelle zum Serapeum:

„Was in den Monstersärgen bestattet wurde, das sollte eben auf gar keinen Fall wiedergeboren werden! Was bei den Pharaonen erwünscht war, das wollte man hier auf alle Fälle verhindern. Man muss sehr große Angst vor der Wiederkehr der in tonnenschwere Särge eingesperrten zerstückelten Leichen gehabt haben. Wie mögen diese Lebewesen ausgesehen haben? Die Särge tragen keinerlei Inschrift, die darüber Ausschluss geben könnte [Anm. LI: Doch.]. Uns liegt aber ein Bericht des Historikers Eusebius (etwa 265-339 n. Chr.) vor, der schaudernd berichtet: […]“[3]

Existiert damit also tatsächlich eine historische Quelle, die die Existenz von Mischwesen und ihre Bestattung im Serapeum belegt?

Die Originalquelle

Däniken u.a. verbinden das Zitat wiederholt mit dem Autor Manetho. Dieser war ein hellenistisch-ägyptischer Priester zur Zeit der Könige Ptolemaios I. und II., die nach der Eroberung durch Alexander den Großen in Ägypten herrschten. Der Überlieferung zufolge war er maßgeblich beteiligt bei der Einführung des Serapis-Kultes, der im Sinne der neuen Herrschaftsideologie griechische und ägyptische Traditionen verbinden sollte. In griechischer Sprache schrieb Manetho eine Geschichte Ägyptens, die Aigyptiaká, sowie mehrere weitere Werke. Keine seiner Schriften ist heute erhalten, doch sind zahlreiche Auszüge und Paraphrasen der Aigyptiaká in den Werken anderer antiker Autoren überliefert.[4]
Eusebius von Caesarea (* kurz nach 260, † zw. 337 und 340) war Bischof von Caesarea und ein bedeutsamer frühchristlicher Autor zur Zeit des Kaisers Konstantin. Er verfasste zahlreiche theologische, apologetische und historische Schriften, durch die er als „Vater der Kirchengeschichte“ gilt. In den umfangreichen Werken der Chronik und Kirchengeschichte bewahrte er zahlreiche Zitate sonst nicht überlieferter antiker Werke, darunter von Manetho und Berossos.

Das fragliche Mischwesen-Zitat stammt in der Tat aus der Chronik des Eusebius, doch nicht ursprünglich von diesem. Erich von Däniken assoziiert es so eng mit Manetho, dass man es für ein weiteres der von diesem überlieferten Zitate halten könnte. So versteht aus auch der Däniken-Epigone Hartwig Hausdorf, der schreibt: „Eusebius bekam diese Einzelheiten übrigens von einem ägyptischen Priester mit Namen Manetho. Der erklärte, einst seien die Götter vom Himmel herabgestiegen und hätten die Menschen unterwiesen. Die Götter hätten hierbei Mischwesen aller Art entstehen lassen, welche als „heilige Tiere“ bezeichnet wurden.“[5] 
Tatsächlich aber hat das Zitat mit Manetho nichts zu tun. Entgegen der Behauptung findet sich in den von Manetho überlieferten Fragmenten keinerlei Aussage über eine Erschaffung von Mischwesen durch Götter – ein weiteres Zitat hierfür gibt Däniken nicht, und auch in den bekannten Ausgaben der Manetho-Fragmente (Unger 1867 / Verbrugge/Wickersham 2003) ist nichts davon zu finden. Man muss also davon ausgehen, dass eine solche mythische Tradition zumindest aus Ägypten nicht überliefert ist. Damit entfällt auch jede Verbindung zum Serapeum von Sakkara.

nach Art der Fische beschwänzte“ – Fisch-Apkallu / Priester in Fischanzügen.
Wasserbecken aus Assur (Zeit des Sanherib, 704–781 v. Chr.), Vorderasiatisches Museum Berlin.

Das Mischwesen-Zitat stammt vielmehr ursprünglich von Berossos, einem Geschichtsschreiber aus Babylon, der mit Manetho eine sehr ähnliche Biographie teilte. Wie jener lebte auch Berossos zu Beginn der hellenistischen Periode im 3. Jahrhundert v. Chr. Er war ein Priester des babylonischen Nationalgottes Marduk und verfasste ein dreibändiges Werk in griechischer Sprache, die Babyloniaká, das die Geschichte Babyloniens für ein griechisches Publikum nacherzählte. Während Band 2 und 3 im Wesentlichen eine trockene Chronik der historischen Herrscher Mesopotamiens bilden, wobei sie aus uralten Keilschriftquellen wie der Sumerischen Königsliste und Dynastischen Chronik schöpfen, behandelt das erste Buch die mythische Vorzeit. Auch die Babyloniaká ist nur in Form von Zitaten bei anderen Autoren überliefert, darunter am wichtigsten: Eusebius.  
Am Anfang seiner Geschichtsdarstellung berichtet Berossos einen alten mesopotamischen Mythos, der in der Prä-Astronautik ebenfalls längst zu einer gewissen Prominenz gelangt ist. In grauer Vorzeit, als die Menschen noch unzivilisiert waren, sei dem Roten Meer ein Mischwesen namens Oannes entstiegen, das halb Fisch und halb Mensch war. Dieser habe die Menschen alle Kulturtechniken gelehrt, die man zur Zivilisation benötigte. Es folgt die fragliche Passage (in der Übersetzung von Josef Karst):

„Und von Ôan sagt er, es habe dieser über die Schöpfung und das Staatswesen geschrieben und habe verliehen Sprache und Kunstfertigkeit den Menschen.        
Es war, sagt er, einstens, da durch das (Welt-)All hin Finsternis und Wasser war. Und es waren daselbst gewisse andere Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt Menschen, doppeltbeflügelte; dazu auch andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männer(köpfen), und zwei Naturen, männlichen und weiblichen; weiter noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe; noch andere, pferdefüßige; und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschen(gestalt) an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben; erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen; auch Pferde mit Hundeköpfen; und Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte; dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen; und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten, deren Bilder sie im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten. Und es habe über alle diese ein Weib geherrscht, dessen Name Markaye[6] heiße, das auf chaldäisch Thalattha genannt werde und auf griechisch verdolmetscht werde Thalattha [das ist Meer].  
Während nun dieses Sämtliche aufgeregt stand zu einer chaotischen Masse, sei Belos [=der babylonische Hauptgott Marduk] dagegen angestürmt und habe das Weib mitten entzwei gespalten: aus der einen Hälfte habe er gemacht die Erde, aus der andern Hälfte den Himmel; und auch die andern Tiere, die in ihr waren, habe er vernichtet. Sinnbildlicherweise aber, sagt er, und in übertragener Bedeutung sei solches mythologisiert worden über die Naturen: daß nämlich, als noch überall Feuchtigkeit und Wasser war und allein die Ungeheuer in demselben waren, jener Gott sich das Haupt abgeschlagen habe, und das Blut, das von ihm herabrann, die andern Götter aufgefangen, mit Erde verknetet und Menschen daraus gebildet hätten; weshalb diese auch weise und des Geistes des Göttergeschlechtes teilhaftig würden.          
Und von Belos sagt man, der auf griechisch Dios [Zeus] übersetzt wird und auf armenisch Aramazd [Ahura Mazda, der Gott des Zoroastrismus bzw. der Perser], er habe die Finsternis mitten durchschnitten und habe getrennt von einander den Himmel und die Erde, und habe ordnend eingerichtet die Welt; die Untiere aber hätten nicht ertragen des Lichtes Kraft und seien untergegangen. Belos aber, als er eine öde und fruchtbare Gegend sah, habe einem von den Göttern Befehl gegeben von dem Blute, das von seinem abgetrennten Haupte herabfließe, mit Erde zu vermischen und Menschen zu bilden, sowie andere Tiere und wildes Vieh, die diese Luft ertragen könnten. Gegründet habe Belos die Gestirne und die Sonne und den Mond und die fünf Wandelsterne.“[7]

Alternativtheorien im Faktencheck

Das Zitat ist bei Erich von Däniken und seinen Nachfolgern korrekt wiedergegeben – doch klar aus dem Zusammenhang gerissen und in seiner Bedeutung entstellt. Es handelt sich nicht um historische Beschreibungen, sondern um einen klassischen Weltschöpfungsmythos. Bei näherer Betrachtung passt die beschriebene Passage gar nicht zu der von den Prä-Astronautikern bevorzugten Interpretation:

1. Entgegen Dänikens Behauptung ist bei Berossos nicht die Rede davon, die Götter hätten die Mischwesen erschaffen. Genannt werden „Untiere, von denen ein Teil selbsterzeugte waren, und mit lebenerzeugenden Formen ausgestattete; und sie hätten erzeugt …“ – d.h. die ersten Ungeheuer entstanden aus sich selbst heraus und zeugten dann die übrigen. Götter spielen bei der Entstehung der Mischwesen keine Rolle – sie erschaffen nur die Menschen und normalen Tiere.[8]

2. Die Handlung bezieht sich auf die äußerste Vorzeit, jenen kosmischen Urzustand noch vor der Schöpfung selbst: „Es war, sagt er, einstens, da durch das (Welt-)All hin Finsternis und Wasser war“ – noch eindeutiger in der englischen Übersetzung von Verbrugge und Wickersham: „There was, he says, a time when the universe was only darkness and water, and in there were wondrous beings …“[9].   
Entgegen Däniken & Co., denen zufolge die Mischwesen noch in historischen Zeiten existiert haben sollen (vgl. Serapeum, Tiermumien, Schwarzer Obelisk) heißt es bei Berossos, dass die Ungeheuer mit dem Sieg des Gottes Belos/Marduk über Thalassa bereits im Augenblick der Weltschöpfung vernichtet wurden: „aus der einen Hälfte habe er gemacht die Erde, aus der andern Hälfte den Himmel; und auch die andern Tiere, die in ihr waren, habe er vernichtet.“ Jene, die noch übrig gewesen sein mögen, kamen spätestens kurz darauf zu Tode: „und [Belos] habe ordnend eingerichtet die Welt; die Untiere aber hätten nicht ertragen des Lichtes Kraft und seien untergegangen“. Ja mehr noch – die Untiere hätten in dem neugeschaffenen Universum nicht einmal überleben können, wie aus den folgenden Zeilen hervorgeht: Belos „habe einem von den Göttern Befehl gegeben von dem Blute, das von seinem abgetrennten Haupte herabfließe, mit Erde zu vermischen und Menschen zu bilden, sowie andere Tiere und wildes Vieh, die diese Luft ertragen könnten“.
Menschen können den Mischwesen demnach nie begegnet sein, denn diese starben während und infolge der Erschaffung der Erde – erst danach werden Menschen und normale Tiere erschaffen, die in dieser neuen Welt überleben können. Ganz praktisch könnte man den Mythos dahingehend interpretieren, dass es sich bei den vorzeitlichen Ungeheuern um eine Art Kiemenatmer handelte, die nur im damals allgegenwärtigen Urmeer, nicht aber an der Luft zu überleben vermochten.

In der Prä-Astronautik ist das Zitat – ohne seinen ursprünglichen Kontext – längst zu einem Allgemeinplatz geworden. Doch wo beginnt diese ahistorische Rezeption?
Bei Erich von Däniken erscheint das Zitat erstmalig in Die Augen der Sphinx (1989).    
Bereits zuvor findet es sich jedoch bei Robert Temple im einflussreichen Buch Das Sirius-Rätsel (The Sirius Mystery, 11976). Dieser thematisiert den Bericht des Berossos, wobei er den amphibischen Kulturbringer Oannes mit den angeblich außerirdischen Nommos der Dogon-Mythologie gleichsetzt. Im Anhang des Buches zitiert Temple die gesamte Passage einschließlich des mythologischen Kontextes.[10]
In der Anthologie Kosmische Spuren (1989) findet sich neben zahlreichen anderen Beiträgen aus der deutschsprachigen Prä-Astronautik auch ein Artikel von Hugo Kreuzer, in dem dieser das Zitat einschließlich Oannes-Einleitung wiedergibt und mit Erich von Dänikens Mischwesen-Spekulationen aus Zurück zu den Sternen (siehe MMM 4)verbindet, die passagenweise fast wörtlich übernommen werden. Ihm zufolge handle es sich um „zwei Keilschrifttafeln, die vom Bel-Priester »Berossos« (ca. 2100 v. Chr.) eingeritzt wurden“[11]. Dies ist in mehrerer Hinsicht falsch, denn Berossos lebte um 300 v. Chr. und schrieb mitnichten auf Keilschrifttafeln, sondern in griechischer Sprache auf Papyrus oder Pergament. 
Erich von Däniken kannte beide Werke – Aspekte aus Temples Sirius-Rätsel übernahm er bereits 1977 in seinem Buch Beweise[12] und später weiteren Werken, Kreuzers Beitrag erschien in einer von ihm selbst herausgegebenen Anthologie. Allerdings enthalten beide – die deutsche Temple-Übersetzung und Kreuzers Buchkapitel – eine andere Übersetzung des Zitats, die im Wortlaut von der oben diskutierten abweicht. Erich von Däniken zitierte dagegen direkt aus der deutschen Übersetzung der Chronik von Josef Karst, die er in Die Augen der Sphinx auch als Quelle angab. Offensichtlich hat er die Stelle also selbst entdeckt oder ausgehend von den anderen Werken am Originaltext überprüft – vielleicht bei Recherchen zur Oannes-Geschichte, die in seinem Werk bereits ab Habe ich mich geirrt? (1985) auftaucht[13].

Doch abseits all dieser Spekulationen, die offensichtlich kaum mit dem vorliegenden Text vereinbar sind: Wovon handelt die Erzählung wirklich? Gibt es weitere Zeugnisse, die uns Aufschluss über die mysteriöse Geschichte geben?

Enūma Elîš – Der Mythos hinter dem Bericht des Berossos

Die fragmentarische Babyloniaká des Berossos ist keine isolierte Quelle. Vielmehr schöpfte der hellenistische Autor aus alten babylonischen Traditionen, die unabhängig von ihm auf Keilschrifttafeln überliefert sind.
Bei der Schöpfungsgeschichte, wie sie Berossos berichtet, handelt es sich um die Nacherzählung eines berühmten Mythos, der vor allem aus dem babylonischen Nationalepos Enūma Elîš („Als oben“) bekannt ist. 
Auf sechs Tafeln schildert das Epos den Aufstieg des Gottes Marduk zum König der Götter, im Zuge dessen auch die Welt, wie wir sie kennen, erschaffen wird. Wahrscheinlich entstand das Epos frühestens im 11. Jahrhundert v. Chr., wobei es auch Stoffe aus älteren Überlieferungen verarbeitet. Weitere Quellen erzählen, zumeist sehr abkürzend, Varianten desselben Mythos.
Die Handlung des Epos beginnt am Anfang der Zeit: Zu Beginn existierten nur die Urgottheiten Apsû (das Süßwasser) und Tiamat (das Salzwasser – bei Berossos gräzisiert als Thalassa oder Markaye). Diese zeugen mehrere Generationen von Göttern, zu deren letzten die bekannten Hochgötter der mesopotamischen Religion gehören. Als diese jüngeren Götter wachsen und ihr Lärm die Urahnen zu stören beginnt, beschließt Apsû die Vernichtung der Götter. Doch bevor er seinen Plan ausführen kann, erhebt sich Ea (sumerisch Enki), der Sohn des Himmelsgottes An und Gott der Ritualweisheit. Mit einer Beschwörung schläfert er Apsû ein und tötet ihn; aus dessen Leichnam erschafft er seine Wohnstatt. Dort zeugen er und seine Frau Damkina einen Sohn, Marduk, der an Größe und Macht alle anderen Götter überragt.
Tiamat, die zunächst noch Partei für die jüngeren Götter ergriffen hatte, sinnt nunmehr auf Rache. Sie erschafft eine Gruppe von elf Ungeheuern, um die Götter zu vernichten:

Mutter Chubur [=Tiamat], die alles erschafft,
lieferte unwiderstehliche Waffen und gebar Riesenschlangen.
(135) Sie hatten scharfe Zähne, waren gnadenlos . . .
Mit Gift anstelle von Blut füllte sie ihre Körper.
Sie bekleidete die fürchterlichen Drachen mit Furcht,
belud sie mit Glanz und machte sie gottgleich.
»Wer sie sieht, soll jämmerlich zugrunde gehen,
(140) mögen sie dauernd vorwärts anspringen und nie sich zurückziehen!«
Sie erschuf die Hydra, den Drachen, den Haarigen Held,
den Großen Dämon, den Wilden Hund und den Skorpion-Mensch,
grimmige Dämonen, den Fisch-Mensch und den Stier-Mensch,
die schonungslose Waffen tragen und die Schlacht nicht fürchten.[14]

Angesichts dieser Bedrohung sind die Götter verzweifelt, selbst Ea wagt keinen Widerstand. Nur Marduk, Eas Sohn, traut sich, Tiamat entgegenzutreten. Als Preis dafür, den Kampf aufzunehmen, fordert er von seinen Vorfahren die unbeschränkte Herrschaft über die Götter. Dies wird ihm gewährt: Unter der Bedingung, Tiamat zu besiegen und auch fortan die Versorgung der Götter sicherzustellen, übertragen die Götter ihm ihre Macht.
Daraufhin zieht Marduk in den Kampf gegen Tiamat. Mit einem Wirbelsturm bläht er ihren Körper auf, dann tötet er sie mit dem Schuss eines Pfeils.       
Dann widmet sich Marduk dem Schicksal der Ungeheuer:

(105) Nachdem er Tiamat, die Anführerin, getötet hatte,
verstreute sich ihre Versammlung, und ihre Heerschar löste sich auf.
Ihre göttlichen Helfer, die ihr zur Seite gingen,
wandten sich in Zittern und Furcht zur Flucht.
. . . . . . ihr Leben zu retten,
(110) aber sie waren umzingelt und unfähig zu entfliehen.
Er band sie und zerbrach ihre Waffen,
und sie lagen im Netz gefangen, in der Falle sitzend,
verborgen in Winkeln, voller Kummer,
mit seiner Strafe beladen, im Gefängnis gehalten.
(115) Den elf Geschöpfen, die mit Furcht beladen waren,
den Teufels(scharen), die ihr als Pferdeknechte zur rechten Seite gingen,
denen legte er Zügel an und band ihre Arme,
zusammen mit ihren Waffen trat er sie unter sich nieder.[15]

Anschließend widmet sich Marduk der Neuordnung des Kosmos. Den Leichnam Tiamats teilt er in zwei Hälften, aus denen er Himmel und Erde erschafft. Ihren Heerführer Qingu lässt er schlachten, um aus seinem Blut die Menschheit zu erschaffen. Im Zentrum der Welt errichtet er die Stadt Babylon als seinen Sitz, zudem lässt er Tempel für alle anderen Götter erbauen und ihre Versorgung durch die Opfergaben der Menschen sicherstellen. Da er somit sein Versprechen eingelöst hat, erhöhen ihn die Götter ein weiteres Mal, verleihen Marduk 51 machtvolle Namen und ernennen ihn damit endgültig zum absoluten Herrscher des Universums und der Götter.

erzeugt hätten sie auch Stiere, menschenköpfige“ – Sumerische Figur im Israel Museum, Jerusalem.

Das Enūma Elîš galt als theologische Begründung für die Vorrangstellung Marduks unter den Göttern und das Primat Babylons unter allen Städten der Welt – die absolutistische Herrschaft Marduks wird bisweilen als Wegbereiter des Monotheismus verstanden. Es handelte sich um eine heilige Schrift, die unter den Gelehrten Babylons weitergegeben und diskutiert wurde. Jeweils zum babylonischen Neujahrsfest wurde das Epos vor dem König rezitiert.  
Als Priester des Marduk war Berossos das Enūma Elîš zweifellos bekannt; zudem haben Überlieferungen desselben Stoffes zweifellos in weiteren Texten und mündlich zirkuliert. So sieht man in der über Eusebius überlieferten Kosmogonie auch eine verkürzte und leicht abweichende Version des Enūma Elîš: Am Anfang existiert nur das kosmische Urmeer (Apsû und Tiamat bzw. Thalassa/Omorka). Tiamat herrscht über eine Heerschar beängstigender Wesen, bis sie von Belos/Marduk getötet wird. (Belos ist die griechische Form von Bēl, akkadisch Herr, im 1. Jt. v. Chr. fester Beiname Marduks) Aus ihren Resten erschafft Marduk die Welt, aus dem Blut eines Gottes außerdem die Menschen.[16]

Ist es auch viel älter als der Bericht des Berossos, so geht doch auch das Enūma Elîš auf noch frühere Traditionen zurück, die wir in älteren sumerischen und akkadischen Keilschrifttexten fassen können: Die Genealogie der frühen Götter findet sich in ähnlicher Weise in Götterlisten seit der altbabylonischen Zeit. Die Erschaffung der Menschen aus Lehm und dem Blut und/oder Fleisch eines getöteten Gottes, weshalb diese auch „des Geistes des Göttergeschlechtes teilhaftig“ seien, entspricht dem seit der altbabylonischen Zeit überlieferten Atram-ḫasīs-Epos und dem „zweisprachigen Schöpfungsbericht“ KAR 4. Der Kampf Marduks gegen Tiamat basiert auf dem „Chaoskampf-Schema“, das bereits zuvor beim Kampf des Gottes Ninurta gegen den Anzu-Vogel im Anzû-Epos und weiteren Quellen belegt ist. In der altakkadischen Zeit galt offenbar der nordmesopotamische Gott Tišpak, im altbabylonischen Aleppo der Wettergott Addu als Besieger der Tiamat. Im Enūma Elîš werden schließlich all diese seit langem überlieferten Motive aufgegriffen und zu einer neuen Erzählung kombiniert.           
Auch die Gruppe der Ungeheuer, die Marduk besiegt, kennt ein älteres Vorbild: Die zwei sumerischen Epen Lugal u melimbi nirĝal („König, Sturm, dessen Schreckensglanz königlich ist“, modern Ninurtas Heldentaten / Ninurta und die Steine) und Angen dima („Wie der Himmelsgott An geschaffen“, mod. Ninurtas Rückkehr nach Nippur) kennen eine Gruppe von Ungeheuern, die der Gott Ninurta besiegte und zu seinen Trophäen machte. So in Ninurtas Heldentaten:

„Ninurta, die von dir getöteten Helden will ich nennen: Kuli-ana („Meerjungfrau“), Drache, Gips, das starke Kupfer, das heldenhafte sechsköpfige Wildschaf, das Magilum-Boot, den Herrn Saman-ana, den Wisent, den Palmenkönig, den Anzu-Vogel, die siebenköpfige Schlange – Ninurta, du hast sie wahrlich im Bergland erschlagen!“[17]

In Ninurtas Rückkehr nach Nippur werden dieselben Wesen aufgezählt, die Ninurta in verschiedenen Regionen des Kosmos besiegte; später tauchen sie als Trophäen an seinem Streitwagen auf.[18] Ganz wie bei Berossos und im Enūma Elîš finden sich mehrere schlangenhafte Wesen (Ušum „Drache“ und Muš-saĝ-umun „siebenköpfige Schlange“). Auch ein fischmenschliches Mischwesen namens Kuli-ana (meist mit Mermaid „Meerjungfrau“ übersetzt) und den Wisent (Gu4.d-alim) nennen die sumerischen Texte, bei denen es sich nach Wiggermann um die Vorgänger von Fischmensch (Kulullû) und Stiermensch (Kusarikku) handelt.[19]
Die übrigen Wesen scheinen im Laufe der Zeit gewissermaßen ausgetaucht worden zu sein. Wahrscheinlich stand ursprünglich hinter dem Kampf gegen jedes Ungeheuer ein eigener Mythos, von denen nicht alle auf Marduk übertragen wurden. Somit wurde die Gruppe in späterer Zeit mit den nun populären Wesen der zeitgenössischen Überlieferungen neu zusammengestellt.

Stiermensch (Kusarikku). Terrakottaplakette im Israel Museum, Jerusalem.

Mischwesen im Meer …

Im Bericht des Berossos sind alle Mischwesen – auch jene, die nur aus terrestrischen Säugetieren zusammengesetzt sind – klar als Wasserbewohner identifiziert: Sie bewohnen das Urmeer vor der Weltschöpfung und können an der Luft nicht überleben. Auch dies ist eine Tradition, die wir ansatzweise in manchen anderen Quellen fassen können.
Bei der spätbabylonischen Keilschrifttafel BM 92687 handelt es sich um eines der berühmtesten Dokumente aus dem alten Mesopotamien, die sogenannte Babylonische Weltkarte. Auf einer Seite der Tafel ist eine kreisförmige Ansicht der Welt, wie die Babylonier sie sich vorstellten, abgebildet. Annähernd in der Mitte befindet sich die Stadt Babylon, auf der rechten Seite (= nördlich) die Länder Assyrien und Urartu, unten (südlich) die elamische Hauptstadt Susa. Umgeben ist die Welt von einem Kreis, der mit marratum „Ozean“ beschriftet ist. Dreieckig schließen daran mehrere „Regionen“ (nagû) an.
Über der Karte findet sich ein teilweise beschädigter Text, der offenbar weitere Teile und Bewohner der Welt beschreibt:

1‘ [………] x x x x [……….][…]
2‘ […….] x ālānumeš ab-t[u-tu ……][… zer]störte Städte […]
3‘ [… tam-tum rapaštumtu]m ša2 i-bar-ru-u2 dmarduk ti-tu2⸣-ri qe2r[eb-ša][… das weite Meer], das Marduk sieht, die Brücke in seiner Mi[tte]
4‘ [… b]i u ilānumeš ab-tu-t[u] ša2 ina lib3bi tam-tim u2še-[ši-bu][…] und die besiegten Götter, die er inmitten des Meeres wohnen [ließ]
5‘ [… x]-x-⸢šuiz-za-zu ba-aš-mu mušḫuššu rabû(muš.ḫuš gal) ina libbi an-zu-u2 girt[ablullû] (gir3.t[ab.lu2.ulu3lu][…] stehen (dort). Bašmu-Schlange, große Mušḫuššu-Schlange in der Mitte, Anzu-Vogel und Skor[pionmensch]
6‘ [x x a]r-mu ṣa-bi-tum ap-sa-su-u2 [n]im-ru ki-sa-r[i-ku][… Berg]ziege, Gazelle, Zebu, Leopard, Stier[mensch],
7‘ [x x n]ēšu(ur.maḫ) barbaru(ur.bar.ra) lulīmu(lu.lim) u3 bu-u2-[ṣu][… L]öwe, Wolf, Rothirsch und Hyäne,
8‘ [pa-gu]-⸢u2pa-gi-tum turāḫu(dara3) lu-ur-mu šu-ra-nu ḫur-ba-bi-li[Aff]e, Äffin, Steinbock, Strauß, Katze, Chamäleon,
9‘ [x x x] u2ma-mu ša2 ina muḫḫi tam-tim gal-l[a-t]im dmarduk ib-nu-šu-n[u-ti][…] Tiere, die auf dem wogenden Meer Marduk schu[f]
10‘ [x x m]⸢dut-napištim(zi)tim šarru-kin u nūr(zalag)-d[d]a-gan šar3bur-⸢ša-an?ḫa⸣-a[n-da][…] Ut-napištim, Sargon und Nūr-Dagān, der König von Buršaḫa[nda]
11‘ [x x k]a-ap-pi iṣṣuriš(mušen)rišma man-ma qe2reb-ši-na uli⸣-[du-u2][… F]lügel wie von einem Vogel, deren Inneres niemand k[ennt](?)[20]

Zunächst erwähnt der Text „besiegte Götter, die er (der Gott Marduk) inmitten des Meeres wohnen ließ“ (4‘). Wahrscheinlich sind hiermit die unterworfenen Ungeheuer aus der Tradition des Enūma Elîš gemeint.[21] Gleich im Anschluss folgt eine Aufzählung solcher Mischwesen (Bašmu, Mušḫuššu, Anzu, Skorpionmensch, später auch Stiermensch) und weiterer Tiere. Bei den Tieren handelt es sich (mit Ausnahme der Katze) um Arten, die in Mesopotamien nicht oder nur in der Peripherie heimisch, sondern vielmehr als Bewohner der unzivilisierten Wildnis und fremder Länder bekannt waren.[22] Offenbar werden diese bezeichnet als „Tiere, die auf dem wogenden Meer Marduk schuf“ (9‘). Erwähnt wird auch Ut-napištim, der Sintflutheld aus dem Gilgameš-Epos, der dort eine Insel jenseits des Meeres am Rande der Welt bewohnt (10‘). Ähnlich wie bei Berossos werden die Mischwesen also offenbar als Meeresbewohner – womöglich heimisch im „Weltenozean“ am Rande der Karte – dargestellt.

Eine weitere bemerkenswerte Quelle ist ein Relief aus der assyrischen Residenzstadt Dūr Šarrukīn (modern Khorsabad), heute im Louvre, das den Transport von Zedernholzstämmen über Wasser in der Zeit König Sargons II. (reg. 721 bis 705 v. Chr.) darstellt. Das Wasser zwischen den Booten ist belebt mit zahlreichen Fischen und anderen Tieren, darunter auch mehrere Mischwesen: Ein geflügelter Stier, ein menschenköpfiger Flügelstier (Aladlammu) und zwei Fischmenschen (einer auf einem anderen Reliefteil). Auch Fabelwesen wie die Flügelstiere, die in ihrer Erscheinung keinerlei aquatische Anteile besitzen, werden hier offenbar als Wasserbewohner dargestellt.
Im Gegensatz zu den mythischen Erzählungen bei Berossos und im Enūma Elîš zeigt das Relief eine zeitgenössische Szene in historischer Zeit. Allem Anschein nach handelt es sich bei den Tierdarstellungen einfach um dekorative Elemente der Meeresdarstellung, vergleichbar den vielfältigen Seeungeheuern auf Landkarten des Mittelalters und der frühen Neuzeit.[23] Eine tatsächliche Sichtung solcher Wesen wird in zeitgenössischen Schriftquellen jedenfalls nie erwähnt – wenn sie jemals in Quellen aus der realen Lebenswelt der Menschen auftreten, dann nur als Objekt von Statuen, anderen Dekorelementen und Ritualfiguren. 
Diese vier Quellen – Berossos, Enūma Elîš, Babylonische Weltkarte, Zederntransport-Relief – zeigen, dass Mischwesen in der Kosmologie des antiken Mesopotamiens regelmäßig als Wasserbewohner vorgestellt wurden. Dies könnte jedoch vor allem eine Eigenheit der Mythologie im 1. Jahrtausend v. Chr. sein, die vom Enūma Elîš und damit verwandten Traditionen geprägt war. In den älteren sumerischen und altbabylonischen Überlieferungen findet man die Assoziation von Mischwesen und Ozean noch nicht (vgl. die Ninurta-Epen, wo die Monster im „Bergland“ leben).

Relief vom Zederntransport aus Dūr Šarrukīn – im Wasser zu sehen ein Fischmensch (rechts), Flügelstier und Aladlammu (Mitte unten). Louvre AO 19889 (Wikimedia Commons).

… und im Tempel

Über die Mischwesen schreibt Berossos, dass die Babylonier ihre Bilder „im Tempel des Belos eins neben dem andern dargestellt aufbewahrten“. Ähnlich berichtet auch das Enūma Elîš, wie die Ungeheuer nach ihrer Niederlage zur Inspiration für Denkmäler werden:

[Und] was die elf Geschöpfe betrifft, die Tiamat gemacht und . . . hatte,
deren Waffen zerbrach er und band sie an seine Füße.
(75) Er machte Bilder von ihnen und stellte sie am [Tor] des Apsu auf,
als ein Zeichen, daß man es nie vergesse.[24]

Der Apsû (sumerisch Abzu) hat an dieser Stelle eine dreifache Bedeutung: In der mesopotamischen Vorstellungswelt bezeichnete man damit einen unterirdischen Ozean, das Reich des Gottes Enki/Ea, die Quelle aller magischen (= rituellen) Kräfte. Im Enūma Elîš ist es ganz konkret der Leichnam des Urgottes Apsû, den Ea tötete und zu seiner Wohnstatt machte. Schließlich wurden auch mehrere reale Tempel als Abzu/Apsû bezeichnet: Allen voran der Tempel des Ea in Eridu, das E-Abzu, aber auch einzelne Schreine innerhalb von Tempelkomplexen wie z.B. das E-Abzu-Asalluḫi innerhalb des Esagil von Babylon.[25] An dieser Stelle ist offenbar die kosmische Domäne gemeint, doch wird durch die Statuen auch das Bild eines Tempels heraufbeschworen. Dies deckt sich sehr gut mit anderen mesopotamischen Quellen, denen zufolge Statuen und andere Abbilder von Tieren und Mischwesen regelhaft zum Inventar der Tempel gehörten.

Wahrscheinlich im 15. Jh. v. Chr. herrschte Agum II. Kakrime über Babylon, der zweite König der Kassitendynastie. Eine Inschrift dieses Herrschers beschreibt die Rückführung der Götterstatuen von Marduk und dessen Frau Ṣarpanitum nach Babylon nach deren Verschleppung durch die Hethiter. Die Inschrift ist nur in Form von Abschriften aus dem 1. Jt. überliefert, weshalb ihre Echtheit in der Forschung bis heute umstritten ist. Im Zuge der Rückführung der Götter beschreibt der König auch die Renovierung des Esagil-Tempels von Babylon, darunter die Anfertigung wertvoller Einlegearbeiten:

„Ihre Türangeln ließ ich mit Bändern aus veredeltem Kupfer festhalten. Bašmu-Schlange, haariger Held, Stiermensch, Ugallu-Dämon, Löwenmensch, Fischmensch, [Zieg]enfisch ließ ich mit Lapislazuli, Kristall, Karneol und Alabaster darin einlegen.“[26]

Verglichen mit der Monstergruppe im Enūma Elîš fehlen bei Agum zwei der vier Drachenarten (Mušmaḫḫu/Ušumgallu) sowie der Skorpionmensch (Girtablullû) und die „Dämonen“ (Ūmu), dafür ist zusätzlich der Ziegenfisch (Suḫurmaššû) zu finden. Dieser war ein Symbol des Gottes Ea, der als Vater des Marduk galt. Bašmu („Hydra“), Mušḫuššu („Drache“, Z. 3:13), Laḫmu („Haariger Held“), Ugallu („Großer Dämon“), Uridimmu („Wilder Hund“), Kulullû („Fischmensch“) und Kusarikku („Stiermensch“) finden sich in beiden Texten.

Mušḫuššu-Drache auf dem Ištar-Tor von Babylon, Vorderasiatisches Museum Berlin.

Die Inschrift des Agum-Kakrime ist mehr als tausend Jahre älter als das Werk des Berossos und entstand sogar vor dem Enūma Elîš. Daher ist die Abweichung kein Wunder, auch wenn wahrscheinlich verwandte mythische Traditionen zugrundelagen.  
Doch auch aus dem 1. Jt. v. Chr. sind Quellen über den Marduk-Tempel von Babylon überliefert. So schreibt etwa der neubabylonische König Neriglissar (Nergal-šarra-uṣur, reg. 560–556 v. Chr.) in einer Inschrift über Bauvorhaben am Tempel Esagil:

„Ich goss acht grimmige Mušḫuššu-Drachen aus Kupfer, die Übeltäter und Feind mit tödlichem Gift bespritzen. Mit einer Lage aus glänzendem Silber überzog ich sie. An den Toren Ka-Utu-e, Ka-Lamma-arabi, Ka-ḫeĝal und Ka-ude-babbar, am Fuße dieser Tore, wie die ursprünglichen, mit den silbernen Wildstieren der Torpfosten, entsprechend dem ursprünglichen Plan, stellte ich sie auf dem Sockel auf.“[27]

Der Inventartext Tintir, der die zahlreichen Throne und Schreine des Tempelkomplexes aufzählt, nennt „zwei Throne, auf denen die Bašmu-Schlange sitzt“ sowie den „der Sitz von Kurzigimumu am rechten Türpfosten, auf dem der Ugallu-Dämon sitzt“ innerhalb des Esagil.[28] Es ist möglich, wenn auch nicht sicher, dass Berossos unter anderem genau diese Statuen meinte, wenn er sich auf den „Tempel des Belos“ bezog.     
Auch für zahlreiche andere Tempel sind Statuen und Abbilder von Mischwesen belegt. Insbesondere am Tor wurden häufig bedrohliche Tiere aufgestellt, um feindselige Besucher abzuschrecken. Zu den ausführlichsten Quellen für solche Figuren zählt der sogenannte Göttertypentext[29]. Dieser beschreibt das genaue Aussehen von 26 Göttern und Mischwesen, die wahrscheinlich als Statuen in einem nicht identifizierten Tempel aufgestellt waren.[30]

Figurinen von Fischmenschen (Kulullû / Apkallu), Vorderasiatisches Museum Berlin.

Doch nicht nur in der Monumentalkunst waren die Mischwesen allgegenwärtig: Man fertigte auch kleine Figurinen von ihnen aus Ton, um sie in Ritualen zu verwenden. Da Marduk die Ungeheuer unterworfen und damit zu seinen Dienern gemacht hatte, konnten sie nun ihrerseits angerufen werden, um gefährliche Dämonen und Totengeister zu bekämpfen. Solche galten als Verursacher von Krankheiten, weshalb abwehrende Rituale eine zentrale Rolle in der persönlichen Religionsausübung spielten.
Die Rolle der mythischen Wesen in solchen Ritualen ist unter anderem von Wiggermann 1992 herausgearbeitet worden; siehe ebenfalls dort für die individuelle Kulturgeschichte der verschiedenen Ungeheuer und ihre jeweilige Identifikation mit bildlichen Darstellungen.

Die Monster bei Berossos

Zentaurenmosaik aus der Villa Hadriana bei Tivoli (um 130 n. Chr.), Altes Museum Berlin.

Die mythische Tradition, in der Berossos steht, ist gut bekannt. Doch wie steht es um die individuellen Ungeheuer selbst, die er aufzählt – lassen sich auch diese alle mit anderweitig bekannten Wesen identifizieren? Das Ergebnis einer Gegenüberstellung ist gemischt.          
Berossos nennt:

  • Menschen, doppeltbeflügelte“ – häufig in der mesopotamischen Kunst abgebildet (u.a. Apkallu)
  • andere mit vier Flügeln und zwei Gesichtern und einem Leib und zwei Köpfen, Frauen- und Männer(köpfen), und zwei Naturen, männlichen und weiblichen“ – Humanoide mit zwei Köpfen und Flügeln oder mit vier Flügeln sind z.B. auf Orthostaten vom Tell Halaf zu sehen (s. Titelbild). Beides zusammen sowie Hermaphroditen sind dagegen nicht bekannt.
  • noch andere Menschen, mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe“ – Satyre der griechischen Mythologie
  • noch andere, pferdefüßige“ – unbekannt
  • andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschen(gestalt) an der Vorderseite, welche der Hippokentauren Formen haben“ – Kentauren der griechischen Überlieferung; ikonographisch auch in Mesopotamien bezeugt (kassitische und mittelassyrische Siegelbilder und Kudurrus[31])
  • Stiere, menschenköpfige“ – Stiermensch Kusarikku (auch im Enūma Elîš) und menschenköpfige Flügelstiere (AladlammuoderLamassu) aus Schriftquellen bekannt; in mesopotamischer Kunst über alle Epochen gut bezeugt: bereits in frühdynastischer Zeit Stiere/Wisente mit Menschengesicht[32], später menschenköpfige Stiere (oft mit Flügeln und Hörnerkrone) als monumentale Torwächterstatuen, in Siegelbildern, Figurinen und Reliefs
  • Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen“ – in Mesopotamien nicht bekannt, doch wird das griechische Meeresungeheuer Skylla mit mehreren Hundeköpfen/-körpern und Fischschwanz dargestellt
  • Pferde mit Hundeköpfen“ – unbekannt
  • Menschen sowie noch andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige“ – unbekannt
  • nach Art der Fische beschwänzte“ – „Fischmensch“ Kulullû (vgl. Enūma Elîš / Agum-Kakrime), Oannes und Apkallu, „Meerjungfrau“ Kuli-ana in sumerischen Quellen; Tritonen in der griechischen Mythologie und Bildwelt
  • allerlei drachenförmige Unwesen“ – vier Drachenarten im Enūma Elîš und anderen akkadischen Quellen (Mušmaḫḫu, Ušumgallu, Bašmu, Mušḫuššu), ikonographisch vielfach bezeugt (bekannt u.a. vom Ištar-Tor); griechisch Hydra, Ladon und zahlreiche andere Drachen
  • Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen“ – zu unkonkret, vllt. auch o.g. Drachen gemeint
Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits aus den Hinterteilen hervorliefen“ – Meinte Berossos das griechische Ungeheuer Skylla?
Böotischer Krater, 450–425 v. Chr., Wikimedia Commons)

Offenbar vermischt Berossos in seiner Kosmologie Gestalten der mesopotamischen und der griechischen Mythologie. Während etwa menschenköpfige Stiere eine typisch mesopotamische Gattung darstellten, die dort vielfach bezeugt ist, entsprechen Kentauren, Satyre und die an die homerische Skylla erinnernden „vierleibigen Hunde mit Fischschwänzen“ eher der griechischen Überlieferung. Für andere Wesen dagegen finden sich keine bekannten Parallelen, insbesondere jene mit Pferde- und Hundeanteil. In Anbetracht der Vielfalt altorientalischer Mischwesen, wie sie etwa im Göttertypentext oder der Ikonographie erscheinen, ist jedoch auch deren Existenz als Statuen und mythische Figuren nicht unplausibel.

Fazit

Der Kirchenvater Eusebius übernahm in seiner Chronik eine Passage mit der Aufzählung mythischer Ungeheuer aus dem Werk des Berossos, eines babylonisch-hellenistischen Autors zur Zeit Alexanders des Großen.   
Bei dem Bericht handelt es sich um die griechische Umsetzung eines babylonischen Schöpfungsmythos, den Berossos dem Epos Enūma Elîš entlehnte. Dieses berichtet davon, wie der Gott Marduk die uranfängliche Salzwassergottheit Tiamat tötete und aus ihr die Welt erschuf. Teil jener Urwelt vor der Schöpfung waren zahlreiche Mischwesen und Ungeheuer, die Tiamat als Armee dienten, bevor Marduk auch sie besiegte. Nach Berossos wurden all diese Wesen im Zuge der Weltschöpfung vernichtet, in historischen Zeiten existierten sie nicht mehr. Doch ihre Statuen und Bilder waren noch immer in zahlreichen Tempeln Mesopotamiens zu bewundern, wie Berossos und verschiedene Keilschriftquellen bezeugen. Durch ihre Niederlage gewissermaßen „domestiziert“, wurden die Monster selbst zu hilfreichen Geistern, deren Abbilder das Böse fernhalten sollten – davon zeugen archäologische Funde, Inschriften und Ritualtexte.
Die Interpretation der Prä-Astronautiker dagegen geht an diesem kulturellen Hintergrund vollkommen vorbei: Weder besteht irgendeine Verbindung zu Manetho, dem Serapeum oder Ägypten überhaupt, noch berichtet der Text von der Existenz von Mischwesen in historischer Zeit oder der Erschaffung derselben durch (außerirdische) Götter.
Ob Berossos selbst an die körperliche Existenz dieser Wesen glaubte, wissen wir nicht. Von solchen Vorstellungen freisprechen müssen wir aber wohl Eusebius von Caesarea. Der nämlich hatte von Anfang an weit mehr Zweifel an den Aussagen seiner Quelle als manch heutiger Autor, wie er unmittelbar im Anschluss an das bekannte Zitat urteilt:

„Dieses erzählt, nach des Polyhistors (Zeugnis), Berosos im ersten Buche; im zweiten aber beschreibt derselbe die Könige, einen nach dem andern, und läßt die Zeit der zehn Könige, worüber wir vorhin gesprochen, über mehr als 40 Myriaden von Jahren sich erstrecken.
Wenn nun aber jemand meinen würde, es hätten die Chaldäer etwas Richtiges gesagt, die eine so große Anzahl von Jahren verzeichnet haben, dann wäre es billig auch ihre übrigen trügerischen Erzählungen zu glauben.“[33]

Quellen

Black, J. / Green, A. 2004: Gods, Demons and Symbols of Ancient Mesopotamia. An Illustrated Dictionary, London.

Däniken, E. von 1989: Die Augen der Sphinx. Neue Fragen an das alte Land am Nil, München.

Däniken, E. von 2015 (11977): Beweise. Lokaltermin in fünf Kontinenten, Rottenburg.

Däniken, E. von 2015 (11985): Habe ich mich geirrt? Neue Erinnerungen an die Zukunft, Rottenburg.

Däniken, E. von 2011: Auferstehung der Toten. Mischwesen? – Nichts Neues unter der Sonne, in: E. von Däniken (Hg.), Die andere Seite der Archäologie. Faszination des Unbekannten. Kosmische Spuren 7, Rottenburg, 201–211.

George, A. R. 1992: Babylonian Topographical Texts. OLA 40, Leuven.

George, A. R. 1993: House Most High. The Temples of Ancient Mesopotamia. Mesopotamian Civilizations 5, Winona Lake.

Hausdorf, H. 2011: Nicht von dieser Welt. Dinge, die es nicht geben dürfte, München.

Hausdorf, H. 2012: Götterbotschaft in den Genen. Wie wir wurden, wer wir sind, München.

Horowitz, W. 1998: Mesopotamian Cosmic Geography. Mesopotamian Civilizations 8, Winona Lake.

Karst, J. (Hg.) 1911: Eusebius Werke. Fünfter Band. Die Chronik, Leipzig.

Köcher, F. 1953: Der babylonische Göttertypentext. MIO 1, 57–107.

Krauss, R. 1999: Manethon. DNP 7, 804 f.

Kreuzer, H. 1989: Fischmensch oder Außerirdischer?, in: E. von Däniken (Hg.), Kosmische Spuren. Neue Entdeckungen der Präastronautik aus fünf Kontinenten, München, 224–230.

Lambert, W. G. 1994: Enuma Elisch, in: O. Kaiser (Hg.), Mythen und Epen II. TUAT 3/4, Gütersloh, 565–602.

Lambert, W. G. 2013: Babylonian Creation Myths. Mesopotamian Civilizations 16, Winona Lake.

Langbein, W. 2006: Zombies, Werwölfe und Vampire, in: R. Habeck (Hg.), Kreaturen der Nacht. Die Welt jenseits unserer Sinne, München.

Staatliche Museen zu Berlin 1992: Das Vorderasiatische Museum, Mainz.

Temple, R. K. G. 1977: Das Sirius-Rätsel, Frankfurt am Main.

Oshima, T. 2012: Another Attempt at Two Kassite Royal Inscriptions: The Agum-Kakrime Inscription and the Inscription of Kurigalzu the Son of Kadashmanharbe. Babel und Bibel 6. Orientalia et Classica XLIII, Winona Lake, 225–268.

Unger, G. F. 1867: Chronologie des Manetho, Berlin.

Van Duzer, C. 2013: Sea Monsters on Medieval and Renaissance Maps, London.

Verbrugge, G. P. / Wickersham, J. M. 2003: Berossos and Manetho, Introduced and Translated. Native Traditions in Ancient Mesopotamia and Egypt, Ann Arbor.

Wiggermann, F. 1992: Mesopotamian Protective Spirits. The Ritual Texts. CM 1, Groningen.

Wiggermann, F. 2018: The Göttertypentext as a Humanistic Mappa Mundi: An Essay, in: G. Van Buylaere et al. (Hg.), Sources of Evil. Studies in Mesopotamian Exorcistic Lore. Ancient Magic and Divination 15, Leiden/Boston, 351 – 370.

Alle Fotos, soweit nicht anderweitig angegeben: Leif Inselmann

Siehe auch:
MMM 1: Das Serapeum von Sakkara – Grab heiliger Stiere oder Gefängnis für Monster?
MMM 2: Rätselhafte Tiermumien
MMM 4: Monster, Aliens, Sex und Nazis – Rassenlehre mit Erich von Däniken
MMM 5: Assyrische Menschentiere? Der Schwarze Obelisk und das Relief des Assurnaṣirpal
Sargons Seeschlange


[1] Die Augen der Sphinx, 68 f. Nahezu wortwörtlich auch in Die andere Seite der Archäologie, 203 f.

[2] u.a. Artikel Auferstehung der Toten. Mischwesen? – Nichts Neues unter der Sonne in Die andere Seite der Archäologie (2011); Multimedia-Show im JungfrauPark Interlaken.

[3] Langbein 2006, 150.

[4] Krauss 1999, 804 f.

[5] Hausdorf 2008, 99.

[6] Andere Übersetzungen lesen den Namen als Omorka oder Omroka (vgl. Verbrugge/Wickersham 2003, 45).

[7] Karst 1911, 7f. Die kursiven Ergänzungen so bei Karst, die nicht kursiven in eckigen Klammern von mir; Fußnoten bei Karst wurden entfernt.

[8] Langbein, aber nicht Däniken, hat dabei falsch zitiert: Statt „erzeugt hätten sie auch Stiere …“ schreibt er in Kreaturen der Nacht: „Erzeugt hätten die Götter auch Stiere …“ (Langbein 2006, 150).

[9] Verbrugge/Wickersham 2003, 45. Diese weisen in einer Fußnote darauf hin, dass hier wahrscheinlich eine Beeinflussung durch jüdisch-christliches Gedankengut vorliegt, was die Dunkelheit angeht (vgl. Genesis 1,2) – die ursprüngliche babylonische Version habe sich vermutlich auf das bloße Wasser beschränkt.

[10] Temple 1977, 223 f.

[11] Kreuzer 1989, 224.

[12] Beweise (Kopp 2015), 88–101.

[13] Habe ich mich geirrt? (Kopp 2015), 134.

[14] Enūma Elîš 1:133–144 (Übersetzung: Lambert 2005, 573 f).

[15] Enūma Elîš 4:105–118 (Übersetzung: Lambert 2005, 586).

[16] Kurios ist an dieser Stelle, dass nach Eusebius Belos sein eigenes Haupt abschneidet und das Blut daraus verwendet. Im Absatz danach findet sich anscheinend eine zweite Variante der Geschichte: Während die Übersetzung bei Karst mehrdeutig bleibt, übersetzen Verbrugge/Wickersham (45 f): „Bel […] gave an order to one of the gods to cut off his own head and mix earth with the flowing blood […]“. Hinsichtlich der Parallele zum Enūma Elîš dürfte es sich bei der ersten Version (Enthauptung Marduks) um einen Überlieferungsfehler bzw. eine sekundäre Tradition handeln – ursprünglich ist ein zweiter Gott als Opfer gemeint (Verbrugge / Wickersham 2003, 46).

[17] Lugal u melimbi nirĝal 128-134: 128 dnin-urta ur-saĝ uĝ5-ga-za mu-bi ḫe2-pa3.d-de3 129 ku-li-an-na ušum niĝ2-babbar2-ra 130 uruda niĝ2 kala.g-ga ur-saĝ šeg9-saĝ-6 131 ma2-gi4-lum en dsaman-an-na 132 gu4.d-alim lugal ĝešĝešnimbar 133 mušen anzu.dmušen muš-saĝ-7 134 dnin-urta kur-ra ḫe2-mu-e-ni-uĝ5 (Üs. LI nach ETCSL 1.6.2)

[18] Angen dima 30–40 (Aufzählung + Herkunft) und 55–63 (Trophäen am Streitwagen). Siehe ETCSL 1.61 + Übersetzung.

[19] Wiggermann 1992, 174, 182.

[20] Üs. LI nach Transliteration bei Horowitz 1998, 22 f.

[21] Horowitz 1998, 33 f.

[22] Vgl. Horowitz 1998, 35.

[23] So auch Chet Van Duzer (2013, 13) in seiner Studie zu Seeungeheuern auf alten Karten.

[24] Enūma Elîš 5:73–76 (Übersetzung: Lambert 2005, 589).

[25] Vgl. George 1993, 65.

[26] Üs. LI nach Transliteration bei Oshima 2012, 237 f:
4:42 [š]a-gam-mi-ši-n[a] 43 i-na ku-ru-us-s[i] 44 ša URUDU mi-si-⸢i45 lu u2ṣab-bit
46 ba-aš-me ⸢la3⸣-me 47 ku-sa-rik-kum 48 u4gal-la 49 UR.IDIM 50 [k]u6lu2u17lu 5:1 [SUH]UR.MAŠ2ku6 2 [i-n]a na4ZA.GIN3 3 [n]a4DUH.ŠI.A 4 [n]a4GUG 5 [n]a4GIŠ.NU11.GAL 6 lu u2ša-am-lu-ši-na-a-ti

[27] Neriglissar 03 (RIBO), i 26 – i 32: i 26 e-ep-ti-iq-ma 8 MUŠ.HUŠ e-ri-i še-zu-zu-u2ti i 27 ša le-em-nim u3 a-a-bi i-za-an-nu i-ma-at mu-u2ti i 28 ti-i-ri KU3.BABBAR e-eb-bi u2-ša-al-bi-iš-ma i 29 i-na KA2dUTU.E3 KA2d-LAMMA-a-ra-bi KA2-HE2.GAL u3 KA2-U6.DE.<BABBAR> i 30 i-na ki-se-e KA2.KA2 ši-na-a-ti ki-ma la-bi-ri-im-ma i 32 ki-ma si3ma-a-ti-šu re-eš-ta-a-ti u2uš-zi-iz i-na ki-gal-lam

[28] Tintir 2:23 ff; Üs. LI nach Transliteration bei George 1992, 46:
23 dur2.an.na = MIN dušumgalli(ušumgal) 2 parakkū(bara2)meš ša2 dba-aš-mu ina muḫ-ḫi uš-ša⸣-bu
„Dur-ana („Sitz des Himmels“) – der Sitz der Bašmu-Schlange; 2 Throne, auf denen der Bašmu sitzt.“
26 e2.niĝen.erim2.ḫul.e.de3  = MIN dkur.zi3.gim-mu7.[mu7] ša2 sip-pu imitti(zag) [ša2] u4gal-lu ina mui uš-ša2bu

„E.niĝerim-ḫulede („Haus, das das Böse zerstört“) – der Sitz von Kurzigimumu am rechten Türpfosten, auf dem der Ugallu-Dämon sitzt“

[29] Vgl. Köcher 1953.

[30] Die mutmaßliche Aufstellung der Statuen rekonstruierte Wiggermann 2018.

[31] vgl. Black/Green 2004, 51.

[32] Wiggermann 1992, 174.

[33] Nach Karst 1911, 9.

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